Offener Brief einer Schweizer Lehrerin

Von Dreibein Peter am 19.01.2010 in Aktuell, Zeitgeschehen Politik Leute | 4 Kommentare



Angeblich stammt ein seit einigen Wochen durch das Netz geisternder „offener Brief“ von einer empörten schweizerischen Lehrerin. Es lassen sich aber deutliche Parallelen zu anderen Texten feststellen, z.B zu diesem hier.

Hier der offene Brief:

Liebe verantwortliche Landes‑ und Bezirksschulräte, liebe Politiker und liebe Journalisten der diversen schweizerischen Zeitschriften!

Wenn wir in der Schweiz nicht mehr “Grüß Gott” sagen dürfen, gibt es nur eine Alternative: Wem dieses “Grüß Gott” nicht gefällt, der muß es ja nicht sagen, aber wen es stört, dass Schweizer untereinander “Grüß Gott” sagen, der hat das Recht, die Schweiz zu verlassen und sich in einem anderen Land niederzulassen! Schön langsam sollten auch wir in der Schweiz wach werden!!!

Zu Schulbeginn wurden in Schweizer Schulen die Kinder von ihren Klassenvorständen informiert, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hätte. Grüßen, Bitte und Danke sagen, einfach höflich und freundlich sein.

Weiters wurde ihnen aber auch mitgeteilt, daß das bei uns in der Schweiz so vertraute “Grüß Gott” nicht mehr verwendet werden darf, da das die muslimischen Mitschüler beleidigen könnte. Dazu kann man als OttoNormalBürger eigentlich nichts mehr anfügen und nur mehr den Kopf schütteln.

Ich kann’s gar nicht glauben. Ist aber wahr, Ihr könnt Euch gerne in der Schweiz in den Volksschulen erkundigen.

DIE EINWANDERER UND NICHT DIE Schweizer SOLLEN SICH ANPASSEN!!!

Ich bin es leid, zu erleben, wie diese Nation sich Gedanken macht darüber, ob wir irgendein Individuum oder seine Kultur beleidigen könnten. Die Mehrheit der Schweizer steht patriotisch zu unserem Land. Aber immer und überall hört man Stimmen angeblich ‘politisch korrekter’ Kreise, die befürchten, unser Patriotismus könnte andere beleidigen. Versteht das bitte nicht falsch, ich bin keineswegs gegen Einwanderung; die meisten Einwanderer kamen in die Schweiz, weil sie sich hier ein besseres Leben erhofften.

Es gibt aber ein paar Dinge, die sich Neuankömmlinge, und offenbar auch hier Geborene, unbedingt hinter die Ohren schreiben sollten. Die Idee von Schweizern als multikultureller Gemeinschaft hat bisher nur eine ziemliche Verwässerung unserer Souveränität und unserer nationalen Identität geführt.

Als Schweizer haben wir unsere eigene Kultur, unsere eigene Gesellschaftsordnung, unsere eigene Sprachen und unseren eigenen Lebensstil. Diese Kultur hat sich während Jahrhunderten entwickelt aus Kämpfen, Versuchen und Siegen von Millionen Männern und Frauen, die Freiheit suchten.

Wir sprechen hier Deutsch, nicht Türkisch, Albanisch, Jugoslawisch, Libanesisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, oder irgendeine andere Sprache. Wenn Sie also Teil unserer Gesellschaft werden wollen, dann lernen Sie gefälligst die deutsche Sprache! ‘Im Namen Gottes’ ist unser nationales Motto. Das ist nicht irgendein politischer Slogan der rechten Parteien. Wir haben dieses Motto angenommen, weil christliche Männer und Frauen diesen Staat nach christlichen Prinzipien gegründet und entwickelt haben.

Wenn Sie sich durch Gott beleidigt fühlen, dann schlage ich vor, Sie wählen einen anderen Ort auf der Welt als Ihren neuen Wohnsitz, denn Gott ist nun mal Teil unserer schweizerischen Kultur.

Wenn Sie das Kreuz in der Schule empört, oder wenn Ihnen der christliche Glaube nicht gefällt oder wenn Sie nicht bereit sind, die in der Schweiz geltenden Gesetze einzuhalten, dann sollten Sie ernsthaft erwägen, in einen anderen Teil dieses Planeten zu ziehen, er ist groß genug.

Wir sind hier glücklich und zufrieden mit unserer Kultur und haben nicht den geringsten (!) Wunsch, uns groß zu verändern.

Es ist uns auch völlig egal, wie die Dinge dort liefen, wo Sie herkamen.

Dies ist UNSER STAAT, UNSER LAND, und UNSERE LEBENSART, und wir gönnen Ihnen gerne jede Möglichkeit, dies alles und unseren Wohlstand mit uns zugenießen.

Aber wenn Sie nichts anderes tun als reklamieren, stöhnen und schimpfen über unsere Fahne, unser Gelöbnis, unser nationales Motto oder unseren Lebensstil, dann möchte ich Sie ganz dringend ermutigen, von einer anderen, großartigen schweizerischen Freiheit Gebrauch zu machen, nämlich vom

“RECHT, UNS ZU VERLASSEN, WENN ES IHNEN NICHT PASST!”

Wenn Sie hier nicht glücklich sind, so wie es ist, dann hauen Sie ab! Wir haben Sie nicht gezwungen, herzukommen. Sie haben uns darum gebeten, hier bleiben zu dürfen. Also akzeptieren Sie gefälligst das Land, das SIE akzeptiert hat. Eigentlich ganz einfach, wenn Sie darüber nachdenken, oder?

Wenn wir dieses Schreiben an unsere Freunde (und Gegner) weiterleiten, dann werden es früher oder später auch die Reklamierer in die Finger bekommen. Versuchen könnte man’s wenigstens.

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4 Antworten : “Offener Brief einer Schweizer Lehrerin”

  1. Ich halte das nicht für echt.
    Schon die Behauptung, dass die Schweizer „deutsch“ und nicht „…“ sprechen, ist ein klares Indiz ;)
    An einen Aufruf, dass man nicht mehr „Grüß Gott“ sagen darf, kann ich mich auch nicht erinnern.
    Ich habe jahrelang in Zürich und St. Gallen gelebt und gearbeitet, und dort hat niemand „Grüß Gott“ gesagt.
    So gut wie kein Schweizer spricht übrigens deutsch, die Verkehrssprache ist je nach Region schwyzerdütsch, italienisch und französisch.

  2. Moin,

    hat zwar vielleicht nicht direkt was zu tun mit dem „offenen Brief“, sondern vielmehr mit der Rede Howards. Was er wie so oft (und viele andere [australische] Politiker) vergisst, ist die Tatsache, dass nicht alle Leute in Australien *eingewandert* sind.
    Sämtliche „Australier“ sind nichts anderes als Einwanderer. So werden die Aborigines hier komplett diskriminiert und bei Howard kann man sich auch ziemlich sicher sein, dass er mit seinen Worten nicht nur „Immigranten“ meint. Wer vor allem in Australien von „Nationalidentität“ redet und über solche Themen wie Anpassung, sollte und darf die Tatsache nicht einfach ignorieren, dass Aborigines nicht erst seit ein paar Jahrzehnten dort leben, sondern seit Jahrtausenden.

    Wie gesagt, ist nur eine Randbemerkung, die nur bedingt mit dem Artikel/Brief zu tun hat, aber sowas hat mich schon immer gestört.

  3. Daniela sagt:

    Hallo!

    Ich komme zwar aus Österreich, aber auch dort sagt man „Grüß Gott“. Außerdem arbeite ich im Handel, in einem Wiener Bezirk, in dem viele Einwanderer leben. Und ich werde von geschätzten 70 % der Muslime mit „Grüß Gott“ begrüßt. 28 % der Muslime sagen „Hallo“, weil sie genau so jung sind, wie ich und 2 % grüßen gar nicht, da unterscheiden sie sich aber nicht von den Österreichern. :)

  4. Nun ja, also ich bin Schweizer

    Also wir halten unsere Dialekte für deutsch (Merke: es gibt kein „Schweizerdeutsch“ sondern verscheidene Mundarten“, von daher könnte der Brief schon echt sein, allerdings niemand sagt „Grüss, Gott“, das kenne ich in keinem unserer Dialekte. Also eher unecht.

    Was allerdings den Inhalt des Briefes angeht ist es nicht weit von der Realität entfernt, sowohl von den Fakten und leider auch der Haltung in unserem Land.

    Ich selber bin sehr offen und habe die Einbürgerung aller Ausländer die mir persönlich bekannt sind unterstützt, habe aber inzwische auch meine Vorbehlate gegenüber dieser ewigen „political correctness“.
    Ich habe Mühe damit, das eingebürgerte Exil-Tibeter daran gehindert werden ihr Recht auf Meinungsäusserung auszuüben, wenn ein chinesischer Parteibonze auf Staatsbesuch weilt. Ich habe Mühe, wenn meine Kinder in der Schule im Kochunttericht (eigentlich Hauswirtschaft) nicht mehr richtig kochen lernen, weil Schweinefleisch verboten wird, und ein Grossteil unserer einheimischen Küche halt Schweinefleisch beinhaltet. Ich habe Bedenken, wenn wir unsere Freiheit einschränken müssen um niemandem auf die Füsse zu treten, obwohl er unaufgefordert in unser Land kommt. Wenn mich das zu einem Rassisten macht, bitte, dann bin ich einer.

    Tut mir leid wenn ich jemandem auf die Füsse trete, dennn ich bin hier ja zu Gast.

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