Langes Warten – Kuriosester Buchtitel 2009
Wenn es da eine Wahl zum kuriosesten Buchtitel gibt, dann hätte ich mir irgendwie spannendere, albernere und absonderlichere Titel vorgestellt, als die, die jetzt ins Finale gekommen sind. Im vergangenen Jahr wurde die Wahl zum kuriosesten Buchtitel nach angelsächsischem Vorbild auch bei uns aus der Taufe gehoben. Es gewann, der ebenfalls nicht besonders kuriose Titel „Begegnung mit dem Serienmörder. Jetzt sprechen die Opfer“. In diesem Jahr hatte jedermann mehrere Wochen Zeit, einen Titel frei vorzuschlagen, woraus eine Longlist erstellt wurde, über die man online abstimmen konnte.
Gewonnen hat diese Online-Abstimmung mit großem Abstand „Gestatten, Bestatter!“ Bei uns liegen Sie richtig, aus dem Droemer-Knaur-Verlag. Es ist dies das Buch zum Bestatterweblog, das ja seit knapp 3 Jahren einen unerwartet großen Erfolg in der Bloggerszene feiern darf. Während andere, auch zum Teil alteingesessene, Blogs sang‑ und klanglos von der Bildfläche verschwinden und auch prominente Blogger, wie Dauerschreiber Robert Basic, quasi in der Versenkung verschwinden, schreibt der „Undertaker“ sich Tag für Tag mehr in die Herzen seiner Leser.

Kein Wunder also, daß die Erstauflage des Buches Anfang 2008 in Windeseile ausverkauft war und insgesamt zwei Mal nachgedruckt werden mußte. Die teils anrührenden, teils heiteren Geschichten sind so pfiffig geschrieben, daß es im Grunde auch nur eine Frage der Zeit war, bis sich ein größerer Verlag dafür interessierte.
Daß das Buch nun auch auf der Shortlist für die Wahl zum kuriosesten Buchtitel gelandet ist, freut und verwundert Autor und Verlag jeweils gleichermaßen. Gemeint ist der Titel nämlich zwar schon mit einem gewissen Augenzwinkern, daß er aber als besonders kurios empfunden wird, damit hat man nicht gerechnet. Dennoch freut man sich dabei zu sein.
Insgesamt haben Leser und Buchhändler aus der Longlist 6 Favoriten ausgewählt. Aber nun liegt alles in den Händen einer Jury, bestehend aus Katja Kessler, Eckart von Hirschhausen und Alexa Hennig von Lange. Und man weiß ja, daß Jury-Entscheidungen oft am Geschmack des breiten Publikums vorbeigehen, zumindest aber doch oft sehr eigenwillig sind. Jedenfalls findet die Preisverleihung am 14. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt.
Ja, und das hier sind die 6 Finalisten:
„Gestatten, Bestatter!“ Bei uns liegen Sie richtig
Peter Wilhelm, Knaur Taschenbücher
Das Leben ist keine Waldorfschule
Mischa-Sarim Vérollet, Carlsen
Entschuldigung, sind Sie die Wurst?
Felix Anschütz, Nico Degenkolb, Krischan Dietmaier,
Thomas Neumann, Heyne
Als ich meine Mutter im Sexshop traf
Robert Neuendorf, mvgverlag
Weiße Wannen — technisch und juristisch immer wieder problematisch?
Hrsg.: Deutscher Beton‑ und Bautechnik-Verein
E.V., Berlin; Fraunhofer-Informationszentrum
Raum und Bau, Stuttgart; Fraunhofer IRB Verlag
Schwester Helga — Du maximierst mein Glück: Der Arztroman zur Mikroökonomie
Thomas Hönscheid von der Lancken, Eichborn
Bei der Erstauflage im vergangenen Jahr hat das Werk „Begegnung mit dem Serienmörder. Jetzt sprechen die Opfer“ von Stephan Harbort (Droste) das Rennen gemacht.






Stefan: Oh Sch***, mein...


