So mancher macht ich mit seinem Weblog oder seiner sonstigen Internetseite (Wiki, Forum, klassische Homepage) sehr viel Mühe und hat schon angesichts der laufenden monatlichen Kosten das Bedürfnis, sich einen kleinen Teil der Ausgaben durch Werbeeinnahmen und andere Monetarisierungsformen wieder hereinzuholen.
Nicht vergessen will ich aber auch diejenigen, die das Bloggen als regelrechte Neben‑ oder Hauptverdienstquelle betrachten.
Wie und wo kann man denn nun mit seiner Webseite Geld verdienen? Kann man das überhaupt?
Die Antwort auf die letzte Frage zuerst: Ja, man kann!
Aber das wie und wo, das ist eine sehr komplizierte Sache.
Wir gehen von folgendem Szenario aus: Einzelner Blogger mit einem oder mehreren Weblogs, keine bezahlte Redaktion mit angeschlossener Werbe‑, Presse‑ und Rechtsabteilung.
Eintritt verlangen
Zunächst einmal böte es sich an, für seine Webseite quasi Eintritt zu verlangen. Man köderte in einem solchen Fall die potentiellen Kunden mit entsprechenden Inhalten, so wie es auch die pornographischen Seiten tun, und verlangte für das Betreten der Seiten mit den vollen Inhalten, einen gewissen Betrag. Zahlreiche Weblogs wären das wert und ich für meinen Teil spende auch gerne mal eine Kleinigkeit, wenn mir ein Artikel in einem Weblog gut gefallen oder weitergeholfen hat.
Doch haben solche Bezahlseiten zwei Probleme: Zum einen wäre es außerordentlich kompliziert, das aufzubauen und auch wirklich so hochwertigen Content zu produzieren, daß die Leser bereit wären in genügend großer Anzahl für den Content zu bezahlen und zum zweiten sind es die Leute einfach durchweg gewöhnt, daß es im Internet fast überall alles kostenlos gibt.
Außerdem: Selbst wenn man durch hochwertigen Content und ein funktionierendes Bezahlsystem eine solche Einnahmequelle realisiert hätte, und wenn die Leser sich an diese Form der Weblogbenutzung gewöhnt hätten, kämen sofort entsprechende Seiten, die nur leere Versprechungen vorschalten und im bezahlten Contentbereich nichts Wertvolles mehr zu bieten haben. 67 % des Internets besteht aus heißer Luft für die irgendwer bezahlt und nichts dafür erhält, zumindest nicht das was er sich erhofft hat.
Es gibt einige Seiten, die so funktionieren, aber es wird noch eine Weile dauern, bis man so etwas auch hier sinnvoll etablieren kann. Die Zahl der Internetbenutzer, die bereit sind einzusehen, daß man für Gutes auch bezahlen muß, ist noch zu gering und die Zahl derer, die mit Halbwahrheiten und Müllinformationen zufrieden sind, ist noch zu groß.
Download-Content
Eine weitere Möglichkeit, gute Informationen oder gute Unterhaltung zu verkaufen, besteht darin, daß man in seinem Weblog nur Grundinhalte anbietet, aber die Hauptinformationen zu einem Thema in E-Books packt und diese über Dienste wie TradeBit und ähnliche zum bezahlten Download anbietet.
Klick-Werbung
Jeder kennt Google-Adwords und –Adsense. Ich brauche wohl nicht allzuviel darüber zu schreiben. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Mit wenig Aufwand bekommt man Werbeanzeigen, die dem Thema der Seite oder dem Thema eines einzelnen Textes entsprechen und für einzelne Klicks darauf erhält man Centbeträge. In der Summe über den Monat hinweg kann man damit unter Umständen eine Menge verdienen.
Der Nachteil: Es gibt schon viel zu viel Werbung dieser Art und alle die etwas auf sich halten oder sich schon lange von dieser Art der Werbung gestört fühlen, haben entsprechende Werbeblocker installiert oder klicken einfach aus Prinzip keine solchen Links an, selbst wenn sie das verlinkte Thema interessieren würde.
Desweiteren setzen viele Seiten ganz bewußt auf kontextsensitive Werbung und bieten absichtlich nur halben Content, damit der über eine Suchmaschine auf die Seite gelangte Besucher dann in der geschalteten Werbung sein Heil sucht.
Das ist eine durchaus lukrative Methode.
Affiliate-Werbung
Ich setze auf meinen Seiten auch Werbung z.B. von affilinet. Aus einem riesigen Pool von werbeinteressierten Firmen sucht man sich diejenigen aus, die zum Thema der Seite passen und bindet dann deren Werbemittel an geeigneter Stelle ein. Das Angebot an Werbemitteln ist für gewöhnlich unglaublich groß und sieht sehr attraktiv aus. Der große Nachteil jedoch ist, daß man hier nur dann auch nur einen müden Cent sieht, wenn Leser der eigenen Seite nicht nur die Werbung sehen und es reicht auch nicht, wenn sie darauf klicken, sondern sie müssen in aller Regel auch noch auf der Zielseite des Werbetreibenden etwas kaufen, einen Vertrag abschließen oder Kunde werden.
Die Erlöse aus dieser Werbeform sind hier extrem gering.
Wirklich attraktiv ist diese Bannerwerbung nicht, denn man erbringt ja seine Leistung, also das Abbilden von Werbung, ohne jegliche Gegenleistung, unbezahlt und unbelohnt.
Völlig unbezahlt bleibt die Werbewirkung. Es ist doch eine Binsenwahrheit, daß alleine das Präsentieren eines Firmenlogos auch eine nachhaltige Wirkung hat, selbst wenn der potentielle Kunde nicht jetzt und sofort etwas kauft. Aber für dieses Präsentieren der Werbung, für das Bereitstellen des Werbeplatzes erhält man rein gar nichts.
Im Gegenteil: Die Leser der eigenen Seite haben auch noch den Eindruck man würde besonders viel und intensiv Werbung machen und man handelt sich, vor allem in Gutmenschen‑, Besserwisser‑ und Bloggerkreisen schnell den Ruf einer „Kommerzhure“ ein, obwohl man im Grunde von dieser Werbung so gut wie gar nichts hat.
Link-Werbung
Verschiedene Anbieter buhlen um Seitenbetreiber, um bezahlte Links zu verkaufen. Hier sind unter anderem die Anbieter LinkLift und TeliAd zu nennen.
Gegen Bezahlung eines festen Betrages schaltet der Blogger/Seitenbetreiber z.B. in der Seitenleiste Links auf kommerzielle Angebote Dritter.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Die Links werden für einen festen Zeitraum gebucht, man hat also eine gewisse Einnahmesicherheit. Desweiteren sind die Links eher unauffällig und stören das Design der Seite kaum. Außerdem kann man vor dem Freischalten der Links individuell entscheiden, ob man diese Werbung haben möchte oder nicht.
Jedoch hat die Geschichte auch einen gravierenden Nachteil. Google und andere Suchmaschinen möchten in ihren Suchergebnissen möglichst relevante Suchergebnisse abbilden. Über die Relevanz einer Seite entscheidet unter anderem auch, wieviele andere Seiten auf die jeweilige Domain verweisen und wieviele Verweise von ihr ausgehen.
Ge‑ oder verkaufte Links verfälschen natürlich dieses Bild, vor allem dann, wenn es in großem Stil praktiziert wird.
Deshalb straft Google Seitenbetreiber unter Umständen durch einen schlechteren Pagerank ab. Es besteht überdies die Gefahr, daß man in den Suchergebnissen der Suchmaschine auf eine der weit hinten folgenden Seiten abrutscht.
Ganz aktuell ist mir das mit meinem Schwesterprojekt „fabriknahrung.de“ so gegangen, die Seite hatte den ganz brauchbaren Pagerank von 3 und ist auf schwache 0 abgesunken.
Also habe ich die entsprechenden Werbelinks gekündigt und verzichte lieber auf die paar Euro, als daß ich mir auf Dauer den Pagerank verderbe.
Das Problem: Einige Anbieter stellen diese simplen Links über ein absolut unnötiges und kompliziertes Plugin ein und offensichtlich wird diese Art der Verlinkung von Google erkannt und bestraft. Besser sind da Anbieter, bei denen man die Links von Hand in seinen Quelltext einbaut, denn diese unterscheiden sich nicht im Geringsten von anderen Links auf der Seite.
Manche dieser Anbieter bieten auch sogenannte Postlinks an. Hierbei werden relevante Keywords von Werbetreibenden gebucht und man hinterlegt diese Keywords in bestimmten Artikeln seines Weblogs mit einem Link auf das kommerzielle Angebot.
Allerdings sind auch hier in manchen Fällen teils sehr unzuverlässig funktionierende Plugins notwendig, die sich auch noch mit einer großen Zahl von sehr nützlichen und harmlosen anderen Plugins „beißen“. Man bekommt dann immer sehr schnell Mails vom Support des jeweiligen Anbieters, in denen man aufgefordert wird, dieses oder jene nützliche Plugin abzuschalten. Meiner Meinung nach sollten die Linkvermittler hier lieber selbst für flexible und sauber programmierte Plugins sorgen, die sich nicht mit anderen Plugins „beißen“.
Verdienen kann man über bezahlte Links und Postlinks einiges. Potential ist genug da und das Interesse der werbetreibenden Wirtschaft ist vorhanden. Doch leider wird jeder, der sich auf diese Form der Werbung einlässt, sehr schnell auf ein sehr merkwürdiges Phänomen stoßen. Die anfangs erzielten Einnahmen steigen nicht und es kommen kaum noch Folgeaufträge. Sogar wenn man eine sehr gut gebuchte Seite betreibt, ist irgendwann auf einmal das Ende der Fahnenstange erreicht und es kommen so gut wie keine neuen Aufträge mehr herein. Man bleibt über Monate auf einem gewissen Einnahmelevel und dann auf einmal bemerkt man sogar ein allmähliches Absinken der Umsätze.
Man muß doch davon ausgehen, daß die Werbetreibenden bei der Schaltung von Links die Relevanz der jeweiligen Seite erkannt haben und auch ein Interesse daran haben, dort den bestehenden Link immer wieder zu verlängern und eventuell noch mehr Links auf dieser Seite zu kaufen. Wie kommt es dann, daß keine neuen Buchungen mehr erfolgen?
Nun, die Linkvermittler sind natürlich daran interessiert, möglichst viele Seitenbetreiber in ihrem Portfolio zu haben, damit die werbetreibende Wirtschaft aus einem möglichst großen Pool schöpfen kann. Interessiert sich also ein Seitenbetreiber für diese Form der Einnahme und meldet sich bei einem der Linkvermittler an, wird dieser ihm bald schon den ersten Auftrag zuschieben. Der Linkvermittler ist ja daran interessiert, den Blogger/Seitenbetreiber bei der Stange zu halten und möchte vielleicht auch gerne, daß der Blogger begeistert über seine vermeintlichen Anfangserfolge schreibt. Aber dann… dann kommt oft gar nichts mehr.
Aber selbst wenn man eine sehr gut bestückte und hochaktuelle Seite betreibt und sich die Werbetreibenden um solche Seiten reißen, bekommt man irgendwann kaum noch neue Aufträge. Denn der Linkvermittler kann nach eigenem Gutdünken und frei nach Lust und Laune bestimmen, wann ein bestimmter Blogger genug hat und neu hinzukommende Aufträge werden an andere Blogger, vor allem an Neuzugänge, geschoben.
Ein stetiges Wachstum oder das Erreichen einer angemessenen Vergütung auf Dauer ist so nicht zu erreichen.


