Ich sage es ja immer wieder: Wir alle spielen unsere Musik mit den selben neun Noten, wir nutzen alle eine überschaubare Palette an Farben um unsere Bilder zu malen und wir haben auch alle nur die gleiche Zahl an Buchstaben zur Verfügung, um unsere Texte zu schreiben. Daß sich hin und wieder mal Überschneidungen zu anderen Liedern, Bildern oder Texten ergeben, das hat jeder Kreative schon einmal erlebt. Oft weiß ich selbst auch nicht mehr, ob eine Textsequenz mir nun ad hoc selbst eingefallen ist oder ob ich sie so oder so ähnlich im Laufe des Tages irgendwo im Radio oder in einem Gespräch aufgeschnappt habe.
Aber einen ganzen Debütroman aus zahllosen zusammenkopierten Versatzstücken zusammenzustümpern, dafür auch noch einen renommierten Verlag zu finden, der einem auch noch –vermutlich wider besseres Wissen und wider dem was einem ein gutes Gefühl gibt‑ den Rücken stärkt, ja und dann auch noch Preise und Aufmerksamkeit dafür zu ernten, das schafft nur jemand, der die Frechheit einer 17jährigen (mittlerweile 18jährigen) Göre besitzt und auf den Namen Helene Hegemann hört.
Das Internet ist ja derzeit voll von Blogeinträgen und Artikeln zum Textklau von Hegemann und nur wenige empfinden Sympathie oder Verständnis für das Verhalten der Jungautorin. Selbst wenn ihr Buch ansonsten genial wäre und von Wortkunst nur so sprühen würde, selbst dann würde es in den Bereich eines nutzlosen Dreckswerkes gezogen, weil es eben den Mistgestank des Abgeschriebenen mit sich zieht, auch wenn das Abgeschriebene nur einen geringen Prozentsatz ausmachte.
Aber das ist eben ein Satz mit zwei „wenn“ und solche „wenns“ beinhalten immer eine zweifelnde Einschränkung.
Und das ist der Grund, warum ich mich zu dem Thema einfach auch zu Wort melden möchte. Denn weder ist Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“ in irgendeiner Weise schön geschrieben, noch ist der Plot an sich lesenswert. Es ist einfach nur ein grottenschlechter und viel zu dicker Roman, der übel zu lesen ist und keine Freude bereitet.
Ich gönne Frau Hegemann ihren Erfolg, denn Geschmäcker sind verschieden und möglicherweise sind ja diejenigen, die ihr Preise und Ehrungen zukommen ließen, wirklich voll des Lobes ob ihres aus dem Netz zusammengeklauten Werkes. Was ihr aber wohl derzeit alle Autoren mißgönnen ist die Aufmerksamkeitssteigerung und der dadurch erzeugte rasante Abverkauf des –mittlerweile scheinheilig nachträglich mit Quellenangaben versehenen‑ Buches und die damit verbundene Mehreinnahme. Da sitzt irgendwo dieses unhübsche Mädchen, läßt sich –mit fremden Federn geschmückt‑ feiern und bekommt auch noch die Taschen voller Geld gestopft.
http://www.gefuehlskonserve.de/axolotl-roadkill-alles-nur-geklaut-05022010.html
http://www.welt.de/kultur/article6298922⁄17-jaehriger-Literaturstar-klaute-Roman-aus-Netz.html
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2 Antworten : “Axolotl Roadkill – Geklaute Scheisse”



Hegemann ist so ein Thema, das mir immer wieder aufs Neue übel aufstößt.
Ich hab die Passagen des Originals gelesen und dann – im Vergleich dazu – ihre und selten ist mir ein derart dreistes Plagiat begegnet. Die Aufmerksamkeit des Verlags hat sie sicherlich zu Beginn für ihr recht junges Alter bekommen, danach war man wohl mit dem Text (bezogen auf das Alter) begeistert und setzte die Hegemann auf den Thron. Unverdient.
Zum Glück ging sie auf der Leipziger Buchmesse leer aus!
In Blogs haben sich mittlerweile schöne Neologismen eingeschlichen.
Anstatt „geklaut“ nimmt man „hegemannt“ und andere nette Sachen, wie „den Hegemann machen“.
Liebe Grüße,
Julia
Meiner Meinung nach ist diese Helene eine Rotzgöre, die mit diesem Roman ihre Pubertät nochmal um ein großes Stück verlängert hat. Ich erinnere mich nur, wie der Spiegel sie zitierte: „Und zu meinem 18. Geburtstag möchte ich einen Roman auf der Spiegel-Bestsellerliste versenken“ – irgendwie so soll sie das gesagt haben, macht sie schon seehr unsympathisch.
Ich hätte ja eigentlich gesagt, gut, okay, sie ist jung, wir alle machen Fehler, aber ich wusste auch mit 16 schon, dass es scheiße ist, von anderen abzuschreiben und so zu tun, als wär das mein eigener Mist. Neee. Das hätt mein eigener Stolz gar nicht zugelassen. Dieses Mädchen gilt als intellektuell – da fühl ich mich wie in einen Gruselhorrorstreifen von Stephen King hinein versetzt, weil man sich da doch fragen muss, ob unsere Gesellschaft eigentlich noch ganz dicht ist?!
Ich hab in der Buchhandlung auch mal in dem Buch rumgestöbert, wollte mir eine eigene Meinung bilden. Aber ich fand den Schund unerträglich, nicht nur, dass sie sich mit ihrem Pseudogeschwafel darin unglaublich wichtig macht und man sich dafür fremdschämen muss, nein, es gibt offenbar auch niemanden, der ihr damit auf die Füße tritt. Ich meine, wir alle nehmen uns doch wichtig, wir alle machen Fehler und stellen uns in den Vordergrund. Ich würd das sogar als meine größte Schwäche bezeichnen, aber ich hab das „Glück“, jemanden zu haben, der mich immer wieder hart auf den Boden der Tatsachen zurück holt. Ansonsten würde ich mich wohl noch öfter der Lächerlichkeit preisgeben. Ich frag mich: Gibt es denn keinen Menschen, der ihr nahe steht und ihr ehrlich die Meinung geigt? Oder tätscheln ihr alle den Hinterkopp, hattu fein jemacht?
Irgendwie ist das alles eine ziemlich peinliche Sache. Für alle Beteiligten – Autorin, Verlag und Leser. Alle sollten sich was schämen.